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Musterpeter macht Mut

Ingolstadt (DK) Mit heiteren Geschichten will die Ingolstädter Künstlerin Auguste Hierhammer zur Bildung beitragen. Seit gestern regt sie mit Lesungen aus ihrem “Musterpeter”-Buch in Grundschulen zu Gesprächen an, wie aus etwas Schlechtem etwas Gutes werden kann.

“Zugabe, Zugabe!”, tönt es in der Halle der Grundschule an der Stollstraße. Zwei vierte Klassen klatschen im Takt und wollen, dass Auguste Hierhammer noch eine Geschichte aus ihrem Struwwelpeter-Manga vorliest. “Dauert das nicht zu lang? Könnt ihr noch sitzen” Die Ingolstädter Künstlerin, die im Frühjahr zusammen mit dem Arzt Stefan Kaufmann einen neuen Struwwelpeter, den “Musterpeter”, herausgebracht hat, ist überrascht. Schon die beiden dritten Klassen, die gestern Vormittag die erste Lese- und Gesprächsrunde mit der Künstlerin hatten, haben konzentriert zugehört und freuten sich, dass die Geschichten von Paulinchen, dem Struwwelpeter, dem Suppenkaspar oder dem fliegenden Robert im “Musterpeter” gut ausgehen. Doch die Viertklässler gehen noch mehr mit, kennen Beispiele von Klassenkameraden, die in der dritten Klasse nicht so gute Noten geschrieben und den Unterricht gestört haben, und jetzt “eine gute Wendung vollzogen haben”, wie ihre Lehrerin Marianne Bergmeier bestätigt. So fantastisch die neuen Geschichten auch klingen – da wird aus dem Suppenkaspar am Ende ein Sternekoch –, sie geben Hoffnung, mahnen subtil Kinder, Lehrer und Eltern, nicht aufzugeben und “mit viel Liebe neue Wege zu gehen”, sagt Auguste Hierhammer.
Damit passt die Lesung sehr gut zum zweiten Gewaltpräventionsprojekt, das die Grundschule an der Stollstraße ab 15. Juni mit einem Elternabend startet. An den folgenden Junitagen lernen die Kinder mit Atila Dikilitas, Leiter der Kampfsportakademie Oyakata, Konflikte gewaltfrei zu lösen. “Sie lernen nicht nur Höflichkeit, Respekt und Disziplin, sondern auch Zivilcourage und sich selbst gewaltfrei zu verteidigen”, ergänzt Rektorin Evi Raith.

Mögen die Helden von Heinrich Hoffmann noch alle bestraft werden für ihre üblen Taten, gibt es im Manga-Musterpeter immer eine gute Wendung. Allerdings eine, die auch mit Lernen, Fleiß und Verständnis für einander zu tun hat. Das kommt bei den Grundschülern an. “Mir hat am besten die Geschichte mit dem Hasen gefallen, der dem Jäger das Gewehr weggenommen hat”, ist sich Julia aus der 3 c von Elisabeth Schulitz sicher. “Ja, aber dass Paulinchen nicht verbrennt, sondern eine Mesnerin wird, war auch sehr gut”, gibt ihre Klassenkameradin Sibel zu bedenken. Andreas kann sich nicht für eine Lieblingsgeschichte entscheiden.

Sie alle haben die Struwwelpeter-Geschichten von Heinrich Hofmann am Tag des Buches (23. April) kennengelernt. Deshalb finden sie gleich die passende Bildgeschichte, die Auguste Hierhammer vor jeder eigenen Geschichte in Erinnerung ruft. “Wir alle haben Talente und Fähigkeiten, die entweder zum Schaden oder zum Guten entwickelt werden können”, sagt sie. “Lasst euch nicht entmutigen, auch wenn ihr nicht so gut in Mathe oder Chemie seid. Irgendwas kann jeder Mensch gut!” – Na, wenn das nicht ein guter Start in den Schulalltag nach den Pfingstferien ist! Sichtlich beflügelt geht es zurück ins Klassenzimmer.

Von Barbara Fröhlich

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