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Kinder- und Jugendschutzstelle Inobhutnahme

Kinder- und Jugendschutzstelle Inobhutnahme

 

Bei der Inobhutnahme nach § 42 sowie § 42 a SGB VIII handelt es sich um eine vorübergehende Unterbringung auf dem Hintergrund einer akuten Krise oder dringenden Gefahr, in der sich ein Minderjähriger befindet.

Dazu stellt die Einrichtung einen speziellen und geschützten Rahmen, der Abstand zur krisenauslösenden Situation bietet, die Versorgung sichert und die Situation klärt.

Die Familie wird als Experte für die eigene Situation gesehen. Aufgrund dieser Annahme wird davon ausgegangen, dass Familien das Potential und die Ressourcen besitzen, akute Krisen mit Unterstützung zu bewältigen.

Eine systemische Sichtweise ermöglicht die Problemlösung gemeinsam mit der Familie unter Einbeziehung des weiteren sozialen Umfeldes. Um das System Familie und  den Jugendlichen in seiner Fähigkeit, Problemlösungen zu entwickeln und zu stärken, soll im Schwerpunkt ressourcenorientiert gearbeitet werden. Dieses kann durch eine an den Fähigkeiten, Stärken und Talenten orientierte Betrachtungsweise geschehen.

Das problematische Verhalten, das Jugendliche nach außen hin tragen, wird nicht als Defizit verstanden, sondern als aus den Erfahrungen und Lebenslagen entwickelte Lebens- und Bewältigungsstrategie. Diese Strategien werden wertschätzend betrachtet. Besondere Beachtung findet die Entwicklung konkreter Schritte zur Bearbeitung und Überwindung der Krise.

Bei den unbegleiteten Minderjährigen Ausländern, die ebenfalls in Obhut genommen werden können, steht die Familie als Experte nicht zur Verfügung.

Die aktuelle Lebenssituation von unbegleiteten Minderjährigen ist geprägt durch Flucht und den damit verbundenen Erlebnissen; der Trennung von der Familie und dem sozialen Umfeld sowie des eigenen kulturellen Zusammenhangs und einer stark belastenden Lebenssituation (Gefährdungen), die zur Flucht führte und in vielen Fällen der Abhängigkeit von Fluchthelfern und Schlepperorganisationen. Dieses verknüpft sich mit einer umfassenden Ungewissheit bei der Ankunft, erheblichen Sprach- und Verständigungs-schwierigkeiten und der Notwendigkeit sich zu orientieren in einer neuen Lebenswelt, während die alte Lebenswelt als „verdeckte Biographie“ weiter besteht.

Die Jugendlichen sind oft traumatisiert und in einer emotional schlechten Verfassung. Sie müssen einen doppelten Transformationsprozess leisten: die Transformation vom Kind zum Erwachsenen und die „Loslösung“ von der Herkunftsgesellschaft und die Neuanpassung in der Aufnahmegesellschaft.

Hinzu kommt als weitere Herausforderung die Trennung von der Familie, oft unter dramatischen Umständen. Dem gegenüber haben sie oft längere Zeit autonom –aus unserer fachlichen Sicht und in Bezug auf unseren Kulturkreis nicht altersentsprechend -Entscheidungen treffen müssen und für sich selbst gesorgt Aus diesen Polen des emotional hohen Betreuungsbedarfes und autonomer Lebenserfahrungen, gilt es einen angemessenen Kontakt und Unterstützung zu bieten. Vor dem Hintergrund dieser Lebenssituation bieten wir diesen Jugendlichen Sicherheit, Schutz, Versorgung und eine Perspektive über Ansprechpartner, die sie begleiten und Offenheit und Interesse für ihre Lebensgeschichte mitbringen und ihnen erste Schritte der Integration in unsere Gesellschaft ermöglichen.

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