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Präventionsarbeit im Klenzepark trägt Früchte. Lage hat sich laut Polizei beruhigt – Keiner will Jugendliche vertreiben

Ingolstadt – Seit Anfang September leistet der Jugendhilfeträger „Respekt-Training“ flankierend zu Polizeistreifen Präventionsarbeit im Klenzepark. Textgröße Drucken

Im Klenzepark gilt Alkoholverbot: Das allein löst aber die Probleme nicht, denn Jugendliche sollen den Park weiter als Treffpunkt oder für Partys nutzen dürfen. Seit September läuft deswegen ein vielversprechendes Präventionsprojekt.
Im Klenzepark gilt Alkoholverbot: Das allein löst aber die Probleme nicht, denn Jugendliche sollen den Park weiter als Treffpunkt oder für Partys nutzen dürfen. Seit September läuft deswegen ein vielversprechendes Präventionsprojekt. Hammer

Und das wirkt, glaubt man den Aussagen von Atila Dikilitas und Daniel Wächtler am Donnerstag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. „Für uns ist das ein sehr hilfreiches Projekt“, sagte Klaus Hofbeck, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Ingolstadt. „Die Lage im Klenzepark hat sich wesentlich beruhigt.“

Das sah im Sommer noch anders aus: Auswüchse von Alkoholkonsum, Streitereien und Gewalt im Klenzepark zwangen die Stadt zum Handeln: Fast schon reflexartig wurden erst einmal mehr Polizeipräsenz veranlasst und ein Verbot von Alkoholkonsum außerhalb der Gastronomie verhängt. Doch Stadtrat Christian Pauling (Die Linke) hatte Zweifel, ob das allein die richtigen Mittel seien. Er kam ins Gespräch mit Atila Dikilitas, Geschäftsführer von „Respekt-Training“.

An den Wochenende zwischen 18 und 23 Uhr sind die Mitarbeiter jetzt im Klenzepark unterwegs und suchen das Gespräch mit Jugendlichen, die sich dort treffen. „Die Polizei geht dazwischen – das war die Ausgangslage“, erklärte Wächtler. „Wir sind da als Ansprechpartner, schlichten Streit und wirken deeskalierend. Wir versuchen auch, friedliche Gruppen vor gewaltbereiten zu schützen.“

Pro Abend kämen sie mit etwa 50 Jugendlichen in Kontakt. „Teilweise besteht großer Gespächsbedarf“, so Wächtler. „Manchmal reden wir mit einem Jugendlichen bis zu 20 Minuten lang. Exzesse haben wir nicht beobachtet.“ Tenor bei den jungen Besuchern: „Sie wollen nicht aus dem Klenzepark vertrieben werden, sondern sich dort aufhalten und kontrolliert feiern. Außerdem wünschen sie sich Schutz, Sicherheit und schnelle, unkomplizierte Hilfe.“ Die Präventionsarbeit käme gut an: „Tolle Idee“, hieß es. Oder: „Besser als die Polizei.“ Manche Mädchen hätten gefragt, ob auch Selbstverteidigungskurse angeboten werden. Wächtlers Fazit: „Aus unserer fachlichen Einschätzung ist eine Weiterführung und Ausweitung der Präventionsarbeit sinnvoll.“

Das war das Stichwort für Stadtrat Georg Niedermeier (UWG): „Sie machen das, was ich mir schon länge wünsche: aufsuchende Jugendarbeit. Wir brauchen wieder Streetworker, die in Ingolstadt abgeschafft worden sind. Die Jugendlichen wollen nicht in Treffs gehen, sondern sich selber aussuchen, wo es ihnen gefällt. Für 13- bis 16-Jährige gibt es keine solchen Orte in unserer Stadt.“

Dem widersprach Oliver Betz, Leiter des Amtes für Jugend und Familie. „Wir haben die mobile Jugendarbeit nicht eingestellt, sondern alle Stellen in die offenen Treffs integriert. Sobald es Beschwerden gibt, gehen diese Jugendarbeiter nach draußen.“

Beschwerden gibt es laut Niedermeier: Er berichtete von angeblich 24 Plätzen in der Stadt, wo Bänke und Tische wieder abgebaut wurden, weil es Ärger mit Anwohnern gab. Betz bestätigte, es fänden Gespräche mit den Bezirksausschüssen statt. Eine Befragung unter Jugendlichen habe aber tatsächlich ergeben, dass sie sich Plätze wünschen, wo sie sich ohne Jugendarbeiter treffen können.

Oliver Betz betonte: „Ich möchte die Jugendlichen nicht aus dem öffentlichen Raum verbannen.“ Das Präventionsprojekt läuft noch bis Ende Oktober testweise, dann entscheidet der Stadtrat, wie es weitergeht im Klenzepark.

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Praeventionsarbeit-im-Klenzepark-traegt-Fruechte;art599,4820029

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